Durch europäische Städte - Florenz

Florentinische Küche:

- panzanella (Brotsalat)

- pappa al pomodoro (Brot- und Tomatensuppe)
- ribolita (Brot- und Gemuseeintopf)
- stracciatella (Eiersuppe)
- ravioli nudi (nackte Ravioli)
- lasagna al forno (Lasagne)
- pappardelle sulla lepre (Pappardelle mit Hasenfleischsauce)

- tagliata alla fiorentina (in Streifen geschnittenes Steak)
- trippa alla fiorentina (Florentiner Kutteln)
- bistecca fiorentina (Florentiner Steak)
- bistecche di maiale (Schweinskotelett)
- pollo alla fiorentina (Huhn a la Florentina)
- baccala alla fiorentina (getrockneter Kabeljau)

Florentiner Steak - Florenz, Italien
Kirche Santa Croce
Kirche Santa Croce

Hl. Franziskus
Hl. Franziskus

Es war nicht unser erster Besuch in Florenz. Aber damals war die Zeit knapp und das Wetter war schlecht.
Diesmal hatten wir genug Zeit und haben uns vorgenommen den Empfehlungen aus dem "Mornings in Florence" von John Ruskin zu folgen. Das heißt, aufmerksam und bedächtig die Kirchen Santa Croce, Santa Maria Novella und Santa Maria del Fiore zu besichtigen.

Die wundervolle Kirche Santa Croce wurde von Franziskaner-Missionären für ihre Gemeinde gebaut. Architekt Arnolfo di Cambio hat Basilika als T-förmiges (frühchristliches ägyptisches) Kreuz entworfen.

Innenraum der Kirche
Innenraum der Kirche

Verkündigung von Donatello
Verkündigung von Donatello

Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner orientierten sich in ihrer Tätigkeit an der Außenwelt, an der Stadt und Wohltätigkeit. Leute versammelten sich täglich in der Kirche und auf dem Platz vor der Kirche.
Nach Ruskin, die Kirche erwarb erst später Schmuck und Gemälden als die Sitten sich geändert haben und weniger streng wurden.

Zunächst waren die strenge Dekoration der Kirche in Einklang mit dem Postulat des heiligen Franziskus, der Gründer des Franziskanerordens, dass man arm sein muss und arbeiten soll ohne nach Vergnügen zu suchen.
Aber das grundsätzliche Raumgefühl in der Kirche hat sich meiner Meinung nach nicht geändert, wenn auch es hier jetzt zahlreiche Sarkophage gibt.

Fresken von Giotto
Fresken von Giotto

Grabmal von Dante
Grabmal von Dante

Die Franziskaner haben es zum Ziel gesetzt, die breiten Schichten der Bevölkerung an Religion zu beteiligen, einschließlich armen und ungebildeten.
(Im Unterschied zu den Dominikanern, deren Aktivitäten die gebildeten Schichten der Bevölkerung als Zielgruppe hatten.)

Deshalb bei der Gestaltung einer Kirche - und Santa Croce ist keine Ausnahme - haben Franziskaner versucht, die Wahrnehmung von Themen des Alten und Neuen Testament zu vereinfachen, sie mit Hilfe von Malerei und Skulptur zu veranschaulichen.

Grabmal von Michelangelo
Grabmal von Michelangelo

Die Kirche Santa Maria Novella
Die Kirche Santa Maria Novella

Die Kirche von Santa Croce ist ein Pantheon der berühmten Persönlichkeiten von Florenz.
Architekten und Bildhauer, Dichter und Komponisten, Wissenschaftler und Künstler sind entweder hier begraben oder haben eine Gedenktafel hier erhalten.

Einige Grabsteine​​sind eindrucksvoll an sich, als Kunstwerke. Zum Beispiel der Michelangelo's Grabstein von Vasari, der uns aus zahlreichen Fotos bekannt ist. Oder der Grabstein von Machiavelli.

Galileo und Fermi, Dante, und Rossini, Alfieri und Oginsky - du gehst vorbei und glaubst deinen Augen nicht.

Der nächste Punkt auf unserer Route war die Kirche Santa Maria Novella.

Diese Kirche (auch Basilika) wurde im 14. Jahrhundert von Dominikanern für ihr Kloster und natürlich für ihre Gemeinde erbaut.
Leider is es hier nicht erlaubt zu fotografieren - anders im Baptisterium und in Santa Croce. Deshalb konzentrieren wir uns auf der schönen Fassade (die Ruskin aus irgeneinem Grund gar nicht erwähnt).

Diese geometrisch durchdachte proportionelle Fassade aus Marmor wurde von prominenten Architekten Leon Battista Alberti errichtet. Es war eine Beauftragung von Giovanni Paolo Rucellai, die viel später als der Bau der Kirche stattgefunden hat. Oberster Teil der Fassade ist mit dem Gemeinde- und Kloster-Emblem in Form flammender Sonne geschmückt. (Viele Seiten im Internet behaupten aus irgendeinem Grund, das wäre das Wappen der Dominikaner. Die Dominikaner haben jedoch zwei Ordenswappen und beide sind anders - eins mit dem Dominikanerkreuz mit Lilien und eins mit dem Mantel.)
Der untere Fries der Fassade ist mit dem Wappen der Familie Rucellai dekoriert - mit vom Wind aufgeblähten Segeln.

Hinter dieser wunderbaren Fassade - unter anderen Schätzen - wird eine Freske von Masaccio beherbergt, eine der bedeutendsten Werke der Frührenaissance.

Südportal vom Baptisterium
Südportal vom
Baptisterium

"Barmherzigkeit" und "Demut"

Unser nächstes Ziel auf dieser Route - der Duomo, genauer gesagt die Piazza del Duomo auf dem die Kathedrale Santa Maria del Fiore (Duomo), der Giotto's Campanile (Glockenturm) und das Baptisterium San Giovanni sich befinden.

Der achteckige Baptisterium, der viel älter als die Kathedrale ist, ist berühmt für seine drei Relief-Portale - das Südportal, das Nördportal und das Ostportal.
Diese Bronze-Reliefs ziehen die Aufmerksamkeit wie ein Magnet. Sie können stundenlang betrachtet werden. Besonders dann, wenn die abgebildete Bibelgeschichten vertraut sind.

Das älteste Südportal, wurde von Andrea Pisano geschaffen. Es zeigt neben mehrere Allegorien auch Szenen aus dem Leben von Johannes dem Täufer, dem Schutzpatron von Florenz. Auf dem linken Bild sieht man "Taufe der Jünger", "Taufe Christi", "Hoffnung" und "Glaube".

Nordportal vom Baptisterium
Nordportal vom Baptisterium

Evangelisten Hl. Lukas und Hl. Markus
Evangelisten Hl. Lukas und Hl. Markus

Der Autor vom Nordportal des Baptisteriums ist Lorenzo Ghiberti.

Bedingung für die Beauftragung für das Portal war, das die Türen im gleichen Stil gehalten werden wie die südlichen Türen - mit gleichen quadratischen Panelen. Ghiberti hat sogar den inneren dekorativen Rahmen beibehalten.
Deshalb kann man sie leicht verwechseln - Nord- und Südportale. Zuerst habe ich sie für fast gleiche gehalten.
Die äußeren quadratischen Rahmen sind auch sehr ähnlich wie die Pisano's Reliefs, aber die Trenndekoration ist Ghiberti bei aller Ähnlichkeit feiner und interessanter gelungen. Statt Löwenköpfe an den Ecken sowie kleine Rauten und Blumen im Umfang ist das Nordportal mit den Köpfen von Propheten und einem feinen Pflanzenornament dekoriert. Ergänzt wird dieses Ornament um Eidechsen, Frösche, Käfer und Schnecken. Irgendwie haben diese Bronzefrösche mich am meisten beeindruckt.

Themen des Nordportals sind die Passion Christi, die Evangelisten und die Kirchenväter. Auf dem Bildausschnitt sind Reliefs "Anbetung der Heiligen Drei Könige" und "Christus im Tempel mit den Schriftgelehrten" zu sehen.

Ghibertie's Paradiestüren
Ghibertie's Paradiestüre

Jakob und Esau
Jakob und Esau

Und das berühmte Südportal!

Es ist auch von Lorenzo Ghiberti gefertigt, der diesen Auftrag von der Wollhändlerzunft erhalten hatte, diesmal ohne Wettbewerb. So zufrieden waren die Kunden mit seinem Nordportal, dass sie diesmal Ghiberti größere künstlerischen Freiheit gegeben haben.

Ghiberti hat die Tafel (lediglich 10) größer gemacht und hat sie mit den figurenreichen Szenen des Alten Testaments gefüllt. Als komplexeste und schönste unter ihnen gilt die Geschichte von Joseph und Benjamin.

Im Gegensatz zu den Reliefen von den Ost- und Nordportalen zeigen diese Tafel gleichzeitig mehrere Szenen. Dabei ertfernten Figuren weniger plastisch. Dies verstärkt den Eindruck der räumlichen Tiefe. Dazu verwendet Ghiberti eine Technik, die zuvor von Donatello entwickelt wurde.

Beginnt man diese wunderschöne Bilder einzeln genau zu betrachten (natürlich, wenn unzahlige Touristen nicht im Wege stehen), dann kann man nicht mehr weg schauen.
Es ist kein Zufall, dass Michelangelo laut Vasari über sie sagte - "... sie sei wurdig, die Pforte des Paradieses zu schmucken".

Duomo Glockenturm
Duomo Glockenturm

Die Reliefs des Glockenturms
Die Reliefs des Glockenturms

Man könnte viel über die Kathedrale Santa Maria del Fiore (Duomo) erzählen, zum Beispiel über die unübertroffene Brunelleschi's Kuppel.
Der Legende nach, als der Papst wollte, dass Michelangelo eine ähnliche Kuppel für die Kathedrale St. Peter in Rom baut, antwortete Michelangelo es sei schwierig, die Kuppel nachzumachen und gar nicht möglich besser zu machen. Und in der Tat, seit dem wurde nichts dergleichen geschaffen.

Allerdings ist der Glockenturm (Campanile) der Kathedrale, meiner Meinung nach, noch interessanter und schöner.

Was für Linien und Proportionen! Was für Wandreliefs! Nun welche Titanen haben dieses Wunder geschaffen!
Das Fundament des Glockenturms wurde von Arnolfo di Cambio, Autor von der Basilika Santa Croce, gelegt. Nach Arnolfo's Tod wurde das Projekt dem großen Giotto anvertraut, der als Hauptarchitect von Florenz diesem Projekt die letzten drei Jahre seines Lebens widmete.
Zusammen mit Andrea Pisano machte er auch Entwürfe für die Reliefs in der unteren Etage des Glockenturms.

Man kann oft lesen, dass nur in einer so wunderschönen Stadt wie Florenz, war die Erscheinung so vieler Genies und so vieler Meisterwerke möglich.
Ich denke aber, dass all diese Genies zuerst erschienen sind und ihre Meisterwerke schufen, und erst dadurch wurde die Stadt so schön.

Nein, es gab oder gibt noch etwas anderes, das die Zucht der Genies gefördert hat.
Und, etwas nachgedacht, bin ich zu einer sehr einfachen Schlussfolgerung gekommen: Es war florentiner Steak, der Genies der Renaissance ernährt hat - im wahrsten Sinne des Wortes.
Nun ja, natürlich nicht ohne toskanische Luft, die die Kühe einatmen, aus denen dieser Steak gemacht wird. Und auch nicht ohne toskanische Weinrebe, woraus der Wein gemacht wird, der zu diesem Steak getrunken wird.
Nicht weniger wichtig ist zweifelsohne für diesen Prozess auch das berühmte florentiner ungesäuerte Brot und der toskanische Käse Pecorino, der zum Wein genommen wird, der zu diesem Steak getrunken wird.

Eine andere Erklärung habe ich dafür nicht.