Durch europäische Städte - Frankfurt

Herbst in Höchst - Frankfurt, Deutschland
Mainufer
Mainufer

Höchster Schloß
Höchster Schloß

Wir sind in einem Städtchen zuhause, das bereits im 8. Jahrhundert existierte. Das muss man sich einfach vorstellen. Die Zeit von Karl der Grosse! Von König der Franken, der zum Kaiser des Nachfolgereichs des römischen Kaiserreiches gekrönt war.

Damit wird eigentlich nur der heutige Ortsname "Höchst" gemeint, der als "Hostat" zu der Zeit erwähnt wurde.
Der Ort ist aber viel älter. Es steht fest, dass schon zur Zeitenwende hier die römische Legionen Quartier genommen haben.

Höchst ist seit 1928 Frankfurts Stadtteil. Heutzutage ist es dank seinem historischen Aussehen in jedem Stadtführer Frankfurt groß vertreten.

Uber mehr als tausend Jahre (bis 1806) war Höchst Teil des Mainzer Erzbistums.
Selbst der Höchster Dialekt ist näher zu Mainzer Dialekt als zum dem vom benachbarten Frankfurt.
Und katholisch war Höchst auch bis Ende 19. Jahrhundert - im Gegensatz zum protestantischen Frankfurt.

Höchster Schloß wurde im 12. Jahrhundert als Zollburg der Erzbischöfe gegründet und ist immer noch Wahrzeichen von Höchst.

Altstraße
Burggraben

Maintor
Maintor

Neben dem Schloß liegen malerische Altstraßen bzw. Altgassen, die gerade auf Spaziergänge einladen.
Viele Fachwerkhäuser sind hier erhalten geblieben bzw. mit viel Liebe restauriert worden.

1586 gab es den großen Stadtbrand in Höchst. Nach dem wurden viele Häuser neu aufgebaut. Auch Fachwerkhäuser am Burggraben.

Diese romantische Straße, die wir gern entlang spazieren, hat ihren Namen von ehemaligen Wassergraben, der damals das Schloß geschützte.

Auf dem Weg von Schloßplatz zum Main geht man durch das schöne Maintor. Einst war es der einzige Stadtzufahrt vom Main.

Jahrhunderte lang gingen die Fahrgäste des Marktschiffs durch das Maintor zum Mittagessen in Höchst - unterwegs von Frankfurt nach Mainz und zurück.

Restaurant Alte Zollwache
Restaurant Alte Zollwache

Bank
Bank

Ein von den schönen Restaurants auf dem Platz heißt "Alte Zollwache".
Es ist nicht wegzudenken, dass gerade hier die erwähnten Kaufleute gespeist haben. Bedenklich ist, allerdings, dass das Gasthaus so alt ist.

Jedoch ist es durchaus möglich, dass es bereits im 19. Jahrhundert wie heute ausgesehen hat. Die Geschichte des benachbarten Restaurants "Zum Bären" geht auf 1799 zurück.
Hier kann man, übrigens, frankfurter Spezialitäten probieren - Grüne Soße, Handkäs mit Musik, Rippchen mit Kraut.

Die kleine Stadt ist stolz auf ihre Geschichte.
Drei Nobelpreisträger sind mit dem Namen "Höchst" verbunden; Goethe speiste in einem Höchster Gasthaus. Das Pyramidon wurde in Höchst erfunden und Ludwig Erhard hat hier mit seiner sozialen Marktwirtschaft angefangen.

Nach der Niederlage bei Leipzig hat Napoleon gerade in Höchst, im Bolongaropalast, eine Nacht verbracht. Seine letzte Nacht östlich vom Rhein.
Hat er eventuell auf dieser Bank gesessen? Wer weiß, wer weiß...