Durch europäische Städte - Madrid

Einige Gemälde in Prado:

El Greco:

- Die Anbetung der Hirten
- Der Ritter mit der Hand auf der Brust
- Die Verkündigung
- Die Krönung der Jungfrau
- Pfingsten

Velázquez:

- Schmiede des Vulkan
- Die Lanzen oder Übergabe von Breda
- Christus am Kreuz
- Las Meninas oder Die Familie Philipps IV.
- Merkur und Argos

Goya:

- Die Wiese San Isidro
- Der Sonnenschirm
- Die nackte Maja
- Die bekleidete Maja
- Die Familie Karls IV.
- Der 2. Mai 1808 in Madrid
- Die Erschießungen am 3. Mai 1808
- Das Milchmädchen von Burdeos

Stadt des Bären - Madrid, Spanien
Casa de la Villa (Rathaus)
Casa de la Villa (Rathaus)

Plaza Mayor
Plaza Mayor

Madrid ist eine verhältnismäßig junge Haupstadt - verglichen mit anderen europäischen Hauptstädten. (London wurde 1066 zur Hauptstadt, Paris - bereits 508, von der "ewiger Stadt" Rom ganz zu schweigen.) Vor 1561 war Madrid eine kleine provinzielle Städtchen nicht weit entfernt von der damaligen Hauptstadt Toledo.

In der Geschichte der Madrids Architektur unterscheidet man drei Zeitabschnitte: Habsburger Zeit von 16. bis 17. Jahrhundert, Bourbon Zeit von 18. bis 19. Jahrhundert und gegenwärtige Zeit ab 20. Jahrhundert.
Das alte Rathaus von Madrid (Ayuntamiento) ist im Habsburger Barockstil gebaut und liegt auf dem Plaza de la Villa. Von hier aus wurde die Stadt noch vor der Errichtung des Rathauses in 14. Jahrhundert regiert.

Das alte Zentrum Madrids nennt man "Das Madrid der Österreicher" (El Madrid de los Austrias).

Für mich war der Plaza Mayor der schönste Platz Madrids. Er ist 1619 gebaut worden. Vorher war hier ein See.
Noch nicht lange her sind hier Menschen lebendigen Leibes verbrannt worden. Und jetzt sitzt man hier gemütlich und trinkt Kaffe...

Bis vor Anfang 18. Jahrhundert wurden hier Stierkämpfe gehalten. Sie wurden damals zu Pferde ausgeübt. Stierkämpfe zu Fuß wurden dann woanders durchgeführt.
Corrida wird von Mai bis Oktober durchgeführt. Wir reisten nach Madrid Ende April (2008), deshalb konnten wir Corrida nicht sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das bedauere. (Meine Einstellung dazu ist undeutlich.) Zwar hält noch Corrida trotz Kritik wegen Tierquälerei sein Geist seit 500 Jahren. Seine Popularität sinkt aber, vielleicht aufgrund der Qualitätsverschlechterung der Kampfstiere. In Madrid bleibt Corrida aber immer noch sehr beliebt.
Gleich nach Corrida wird das getötete Tier über den Schlachthof zu einem Restaurant transportiert. Das Fleisch eines Kampfstiers ist anders als normales Rindfleisch, es ist rigider und etwas bitter.

Palacio Real
Palacio Real

Plaza del Puerta del Sol
Plaza del Puerta del Sol

Der Königspalast (Palacio Real) ist die Hauptsehenswürdigkeit des alten Madrids. Sein Neubau wurde im XVIII. Jahrhundert durch Phillip V. Bourbon veranlasst. Der neue Palast wurde anstelle der alten Habsburgs Residenz errichtet, die 1734 durch ein Feuer zerstört wurde.
Die königliche Familie wohnt im Palast seit 1931 nicht mehr. Mehrmals im Jahr empfängt der König jedoch im Festsaal des Palastes, der sonst als Museum genutzt wird, Staatsleute und Prominenz aus Öffentlichkeit, Literatur, Kunst, Wissenschaft und Musik.

Wir haben den Palast nicht besichtigt. In 2 zwei Tagen kann man halt nicht alles schaffen. Es wäre aber wahrscheinlich doch sehenswert. Es gibt ein Porzellanzimmer innen, einen Mahlsaal mit großartigen Bildwirkereien und bemalter Decke. Der Haupteingang mit der Marmortreppe von Sabbatini und der Statue von Karl III. in römischer Rüstung, ein Zimmer von Gasparini in Rokokostil und der Thronsaal sind dort ebenso zu sehen.
Außerdem sind innen noch einige Mussen untergebracht - Gemäldegalerie und Museum der angewandten Kunst, Königliche Bibliothek und Münzensammlung.

Puerta del Sol ist der Referenzpunkt für all Straßenentfernungen Spaniens, also das Zentrum Spaniens. Madrids Bewohner kommen hierher am Silvester um sich etwas zu wünschen. Hier steht auch der Bär am Erdbeerbaum - ein Wahrzeichen und Teil des Wappens von Madrid.
1702 hat die Bourbon Dinastie die Habsburger auf dem spanischen Thron abgelöst. Dieses Ereignis hat sich auch im Stadtbld wiederspiegelt. Es sind Bauten errichtet worden, die noch heute Madrid schmücken - der Bogen Puerta de Alkala, Königlicher Palast, Postamt auf dem Platz Puerta del Sol und andere.

Museum Prado
Museum Prado

Plaza de Oriente
Plaza de Oriente

Was fällt einem sofort bei der Erwähnung von Madrid ein? Natürlich das Prado Museum (und nicht Stierkampf...). Hemingway schwärmte: "Allein der Prado würde es verlohnen, jedes Jahr einen Monat in Madrid zu verbringen..."
Um das Museum zu besuchen, mußten wir ca. eine Stunde in Warteschlange stehen. Dafür waren wir aber dann belohnt. Die Sammlung ist tatsächlich großartig und riesig. Um noch in das Museum Thyssen-Bornemisza zu schaffen, mußten wir auf viele Säle verzichten und nur die von den Lieblingsmaler besichtigen: El Greco, Velasquez, Goya, Bosch, Brueghel and Rembrandt...

In der Tat ist es eine der größten Gemäldesammlungen weltweit. Und das Gebäude ließ auch Karl III bauen. Es hatte in den letzten 200 Jahren eine ausgesprochene Pechsträhne. Sie hat damit angefangen, dass die königliche Sammlung wurde in Prado nur untergebracht, weil die Wände von königlichen Salons waren fürs tapezieren frei zu machen. Dann hat das Gebäude von der Napoleons Armeen gelitten, die hier Kasernen und einen Pulverlager untergebracht haben. Später wurde es den Bombardierungen während des Krieges von 1936-1939 unterworfen. In den 1980 Jahren gab es einige administrative Skandale; in den 1990 Jahren wurden die Durchflüsse des Wassers durch das Dach in den Velasquez-Saal festgestellt. Endlich fing die Rekonstruktion des Museums an und dauerte lange Jahre.
Wir hatten Glück, bereits das renovierte und erweiterte Museum zu besuchen.

Gerade vor dem Königlichen Palast liegt der grosse und schöne Platz Plaza de Oriente. Sie war relativ spät gebaut, Mitte des 19. Jahrhundert. 1844 war hier die Reitstatue des Königes Phillip IV. eingerichtet, der Spanien im 17. Jahrhundert regiert hat.
Der Bildhauer Pedro Takka hat die Statue 1640 geschaffen. Ein interessantes Detail: ihre schmückenden Basreliefs zeigen anstelle Kriegsszenen den König, der Velasquez das Ritterkreuz aushändigt. Übrigens, den Schwerpunkt für das Gleichgewicht der Statue hat Galileo Galilei ausgerechnet.

Der prächtige Gartenensemble des Platzes ist mit zwanzig Statuen westgotischer Könige umgeben.
Ursprünglich wurde geplant, sie auf dem Dach des Palastes aufzustellen. Eine Legende lautet, dass die Königin geträumt hat, als ob das Dach des Palastes das Gewicht der Statuen nicht ertragen hat. Deshalb wurden sie auf dem Boden aufgestellt. Damit ist etwas wie ein Freilichtmuseum entstanden.

Man sagt, dass in einem von den Cafes auf dem Platz der leckerste Kaffee in Madrid serviert wird. Das liegt, wahrscheinlich, an der einzigartigen Kombination von Kaffee und herrlicher Aussicht. Ein ähnliches Gefühl haben wir in Venedig gehabt, als wir am kleinen Tisch in Café auf dem Markusplatz gesessen haben.

Puerta del Alkala
Puerta del Alkala

Gran Via - Plaza Callao
Gran Via - Plaza Callao

1778 war ließ der König Karl III., der "der beste Bürgermeister Madrids" genannt wird, den Triumphbogen Puerta del Alkala bauen.

Eigentlich, nennt man den jetzt Triumphbogen. Er ist aber als richtiges Tor anstelle des alten, kleinen Tor auf den Weg zur Stadt Alcalá de Henares gebaut worden. In dieser Stadt ist, übrigens, Cervantes geboren. In den Öffnungen des Tores waren früher Gitter, die für die Nacht geschlossen wurden.

Karl III. hat entschieden, dass das alte Tor mit zwei Türmen für die Einfahrt in Madrid viel zu klein ist. Zudem war es im erbarmenswerten Zustand. Es wurde eine richtige Ausschreibung angekündigt, die ein Italiener Francesco Sabatini gewonnen hat. Das Tor ist gemäß seines Projekts gebaut worden.

"Der große Weg" - Gran Via, die berühmte Madrids Straße. Es gibt jedoch eine eigene Gran Via auch in Barcelona.
Meine Vorstellung von Madrid hat sich hauptsächlich unter dem Einfluss von Hemingway ("Wem die Stunde schlägt") gebildet. Er hat damals in Madrid auf dieser Straße gewohnt. Deshalb habe ich für diese Reise nach Madrid auch ein Hotel in der Nähe zu Gran Via gewählt.
Die Einrichtung dieser Straße nahm soviel Zeit in Anspruch und hat soviel für das Stadtleben bedeutet, dass es sogar die Operette "Gran Via" komponiert wurde.

Das Gebäude der Gesellschaft "Telefonica" und die berühmte Bar "Chicote", die von Hemingway beschrieben sind, Fußgängerstrom bis in die späte Nacht, die Beleuchtung der Geschäfte, Cafés und Kinos, Autos ununterbrochen - all das ist Gran Via.

Gran Via - Metropolis
Gran Via - Metropolis

Gebaut wurde Gran Via schon im 20. Jahrhundert. Viele Häuser und sogar Straßen waren abgerissen. Um die neue Straße breit zu machen, mußte man stellenweise die Bäume näher zu den Häusern umpflanzen. Es wurden sogar einige Straßen niedriger gesetzt: Keller wurden zu Erdgeschossen, Eigangstüren zu Balkons.
Der große Teil der Straße ist im Stil des Modernismus und der amerikanischen Rationalität gebaut. Der östliche Abschnitt stellt aber eine markante Mischung aus Barock und Art Déco dar. So ist beispielsweise das Haus "Metropolis", erbaut 1906.

Auf Gran Via spielt sich die abschließende Szene des Hemingways Romans "Fiesta" ab.

   Es war sehr heiß und hell, und die Häuser sahen kraß weis aus. 
   Wir kamen an die Gran Via.

Unsere Reise nach Madrid fing an und endete in dieser berühmten Straße.