Durch europäische Städte - Genua

Die Stadt am Meer - Genua, Italien
Althafen von Genua
Althafen von Genua

Im September 2008 haben wir Urlaub in Ligurien gemacht - in einer Region Italiens am Ligurischen Meer. Wir wollten unbedingt auch die Haupstadt Liguriens Genua sehen und haben einen Tagesausflug nach Genua gemacht.

Genua ist aus kleinen Fischerdörfern an der Meeresküste herausgewachsen. Im Laufe der Zeit hat sich die Stadt auf über 30 Kilometer am Meer entlang erstreckt, denn landwärts verhindern das Stadtwachstum die Apenninen.
Deshalb ist in Genua meiner Meinung nach vor allem all das interessant, was mit Meer zu tun hat. Die Altstadt Genuas ist zwar auch sehr malerisch und spannend, jedoch haben wir die meiste Zeit unseres Stadtbesuchs im Hafen verbracht. In einem Tag kann man doch alles nicht schaffen, wir mussten Abstriche machen.

Dieser Panoramalift fährt 40 Meter hoch. Von oben hat man eine wunderschöne Aussicht über die Stadt und Bucht. Es ist einfach unmöglich nicht zu fotografieren.

Im Althafen
Im Althafen

Qualle im Aquarium von Genua
Qualle im Aquarium von Genua

1992, zum Jubiläum der Kolumbus' Reise, hat der Architekt Renzo Piano das Gesicht des Althafens wesentlich verändert. Er hat ihm der Stadt gegenüber geöffnt und neue Bauwerke, insbesondere den Panoramalift und das Aquarium, errichtet. Übrigens, war Renzo Piano Autor des Masterplans vom Potsdamer Platz in Berlin.

Seitdem wurde der Hafen zur Lieblingspromenade der Einheimischen und zahlreichen Stadtbesucher.

Im Althafen Genuas ist das größte Meeraquarium in Europa gebaut.

Pinguins im Aquarium von Genua
Pinguins im Aquarium von Genua

Der Leuchtturm von Genoa
Der Leuchtturm von Genoa

Hier in 70 Wasserbecken sind mehr als 6000 Tieren und Fische zu sehen. Durch große Glasscheiben der gut belichteten Aquarien beobachteten wir Delphine, Seelöwen und Pinguins - sowohl unter Wasser als auch über Wasser.
Quallen, die verschiedensten Fische, Kolibri und kleine Krokodile, Dschungel von Madagaskar - was kann man alles dort nicht sehen!

Der Althafen der Stadt zusammen mit dem neuen Ausstellungsgebäude und mit dem Leuchtturm La Lanterna wurde zum neuen Wahrzeichen der Stadt.

Althafen abends
Althafen abends

Spanische Galeone
Spanische Galeone

Seit dem 15. Jahrhundert ist Genuas Leuchtturm aus einer Entfernung von mehr als 30 Seemeilen sichtbar.

Nach dem Besuch des Aquariums haben wir extra auf Dunkelheit gewartet, um den Hafen am Abend zu fotografieren.
Es sieht so aus, dass es nicht umsonst war. Der Althafen (Porto Antico) erscheint in der abendliche Belichtung wie im Märchen.

Hier, im Althafen steht die festgemachte spanische Galeone, "Neptun", die häufig irrtümlich für Karavelle Kolumbus gehalten wird. In Wirklichkeit wurde dieses Kriegsschiff im Still des 17. Jahrhundert in 1985 für Dreharbeiten von Roman Polanski Film "Die Piraten" gebaut. Bauarbeiten dauerten 2 Jahre und kostete mehr als 8 Million Dollar.

Nach dem Ende der Dreharbeiten wurde das Schiff für Besucher geöffnet. Alle Teile von Takelage bis zu den Kanonen sind realistisch genau reproduziert. Stehend auf dem Deck hat man die komplette Illusion im 17. Jahrhundert zu sein. Die Galeone ist seetauglich und kann mit Geschwindigkeit von bis zu 5 Knoten fahren.

Tür
Tür

Löwe an der Kathedrale
Löwe an der Kathedrale

Ganz nahe zum Althafen liegt Altstadt Genuas, die zu den größten historischen Zentren Europas gehört.
Einst waren hier, am Meer, drei kleine Fischersiedlungen. Nach einer altrömischen Legende stammt der Genuas Name von Janus (Giano), dem Gott von allen Türen und Fluren. Deshalb waren alle Türen mit Relief von einem katholischen Heiligen geschmückt.

Und jetzt laufen wir entlang der kleinen mittelalterlichen Straßen, die nach Fisch riechen, und die ferne Vergangenheit scheint nicht so entfernt zu sein.

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Genua im 16. Jahrhundert die reichste Stadt Europas war.

Palazzo Doria Tursi
Palazzo Doria Tursi

Ferrariplatz
Ferrariplatz

Dieser Löwe, der als Symbol für einen Europäer mit Venedig fest verbunden ist, erinnert mich an die Zeit, als Genua Republik (La Superba) mit Venedig (La Serenissima) konkurrierte.

Adelsfamilien zogen damals von den alten Vierteln in die neue Straße - Strade Nuove, die jetzt drei Straßen bildet - Via Garibaldi, Via Balbi und Via Cairoli.

Der reiche Seefahrer, Admiral Andrea Doria, errichtete hier, in der heutigen Garibaldi-Straße, seinen Palast, der heutzutage die Stadtverwaltung sowie eine wertvolle Kunstsammlung beherbergt.

Wir waren auch im Dogenpalast, woraus man direkt zum schönsten und berühmtesten Ferrariplatz gelangt. Der Platz ist nach Raffaele de Ferrari, Herzog Gallier genannt und deshalb nichts direkt mit berühmter Automarke zu tun hat.
In der Mitte steht das Börsengebäude. Dieses ist die Neue Börse, die in 1808 gebaut wurde. Die alte Börse war die erste Warenbörse Italiens und befand sich damals in der Loggia dei Merkanti (1570) am Bankiplatz.

Abends mussten wir zum Hafen zurück, um Abendaufnahmen vom Leuchtturm Lanterna zu machen. Wie viel hätten wir noch gerne gesehen, haben aber nicht geschafft!