Durch europäische Städte - Wien

Wiener Küche:

- Rindsuppen
- Tafelspitz mit Apfelkren
- Wiener Schnitzel
- Butterschnitzel
- Wiener Saft- oder Fiakergulasch
- Altwiener Zwiebelrostbraten
- Sardellenrostbraten
- Schinkenfleckerl
- Eiernockerln
- Schweinsbraten vom Schopf
- Selchfleisch mit Sauerkraut
- Frankfurter
- Kaiserschmarrn
- Powidl
- Topfenstrudel in Vanillesauce
- Germknödel
- Marillenknödel
- Apfelstrudel
- Palatschinken
- Sachertorte

Wiener Kaffee - Wien, Österreich
Wienerhäuser
Wienerhäuser

Annagasse
Annagasse

Der Gedanke war denkbar einfach: die "silberne" Hochzeitsreise soll was Besonderes sein.

Deshalb - eine Stadt, in der wir noch nicht waren und von der wir immer träumten; eine Stadt, oder wenigstens, die Reise an sich sollte uns an die erste Hochzeitsreise (Tallinn, das Hotel "Palas", 1981) erinnern.
Deshalb, zum Beispiel, Madrid - käme kaum in Frage. Eher Stockholm. Aber ehrlich gesagt, Wien war seit langem ein Traum und aus folgendem Grund: Wien, wie auch St. Petersburg, war einst Hauptstadt eines Riesenreichs und diese Tatsache prägt sich zwangsläufig im Gesicht der Stadt aus.

"Wiener", Wiener Schnitzel, Wiener Walzer, Wiener Cafés und Wiener Ball - worauf kommt man sonst, wenn man an Wien denkt? Richtig, "Geschichten aus dem Wienerwald"!
Gluck, Mozart, Haydn und Beethoven, Schubert und Brahms, Bruckner und Mahler, Richard Strauß und Johann Strauß - die Liste der Prominenten, die in Wien lebten und arbeiteten, ist von der musikalischen Welt nicht erschöpft. Klimt und Hundertwasser, Metternich und Freud - Kunst, Politik, Wissenschaft - all das ist von Wien nicht wegzudenken.

Durch Wiener Straßen spazieren, in Schaufenster (und in die Geschäfte, freilich) hineinzuschauen, im Cafè mit einer Tasse Kaffee sitzen - genau so habe ich mir eine Reise nach Wien vorgestellt.
Kosmopolitisch und multikulturell, Wien ist ein Punkt wo der Osten sich mit dem Westen trifft. Die Eleganz alten Wiens ist trotz Andränges der Touristen erhalten geblieben. Freilich, kostet sie nicht gerade wenig.
Die Straßen Kärntner, Graben, Kohlmarkt - Herzstück Wiens, das wir in ein paar Gehminuten von unserem Hotel aus erreichen.

Wiener Straße
Wiener Straße

Konditorei Demel
Konditorei Demel

"Kaffee nach Wiener Art" - damit ist noch nichts gesagt. Es war interessant zu entdecken, wie viele Variationen es gibt - wahrscheinlich, durch die historisch bedingte Nahe bzw. Gemeinsamkeit mit Italien und mit Osten. Wiener Melange, Wiener Braun (schwarz mit einem Milchtropfen), Verlängerte (mit Wasser gestreckt), "Fiaker" (mit einem Schuss Rum) sind nur die einfachsten Varianten. 1685 in Wien wurde die erste Lizenz für Straßenhandel vom "türkischen Getränk", Kaffee, ausgestellt.
Im Reiseführer habe ich gelesen: "Cafe... ist eine Art Wohnzimmer der Wiener: ist man dreimal in einem Cafè gewesen, wird er dort als Stammgast empfangen, der von einem höflichen Kellner mit auserlesener Artigkeit bedient wird und der hier in aller Ruhe, wie im familiären Kreis, eine Tasse Kaffee oder Apfelstrudel genießen kann."
Wir waren in zwei-drei Cafes jeweils nur einmal und wurden nichtsdestoweniger "höflich" und mit "auserlesenen Artigkeit" überall bedient.

Die berühmte Sacher-Torte war 1832 patentiert. 1960 fand ein Rechtstreit zwischen dem Hotel Sacher und der Konditorei "Demel" statt, in der Sacher-Torte in ihrer heute bekannten Form erschien. Der Unterschied ist, dass die Marmeladeschicht der Demelsche Torte sich in der Mitte und nicht direkt unter Schokoladenglasur befindet. Jetzt trägt die Sacher-Torte "von Sacher" die zusätzliche Bezeichnung "original". Die Torte von "Demel" wird nach wie vor in Handarbeit hergestellt und heißt „Demel's Sachertorte“.
Und wir haben Mini-Sacher (genau genommen Demel's Sachertorte) in Cafe "Demel" probiert. Lecker!

Die Konditorei "Demel" existiert seit 1786 und hält die Traditionen streng ein. Wahrscheinlich, existierte schon damals der Vorgang der Kuchenbestellung: du gehst ins extra Zimmer, wo sie ausgestellt sind, und wählst den gewünschten Kuchen aus. Ein Mitarbeiter überreicht dir einen Zettel mit Kuchennummer, welchen du der Bedienung ("Demelinerin") reichst.

Innen kann man beobachten, wie bestellte Torten gefertigt werden und sich die Prominenten aus Marzipan anschauen, die im Schaufenster ausgestellt sind. (Wir haben Tony Blair aus Marzipan gesehen.)

Hofburg
Hofburg

Kunsthistorisches Museum
Kunsthistorisches Museum

Hofburg, der seit über 600 Jahre als Habsburger Residenz gedient hat, ist ein großes Viertel aus 18 Gebäuden. Urspünglich ein mitteralterliches Schloß, es wurde durch die Kaiser allmählich zu einer riesigen Palastanlage umgewandelt. Habsburger sammelten hier alles, was ihr Herz begehrte - Musik, Kunst, Pferde und Bücher.
Neben zahlreichen Museen befindet sich hier heutzutage auch die Residenz des föderalen Kanzlers.

1913 wurde die letzte Erweiterung - Neu Hofburg - vollendet. Der Bau wurde nach den Planen verschiedener Architekten durchgeführt, einschließlich Semper - der Autor des berühmten Gebäudes des Operntheaters in Dresden.

Das Museum der Kunstgeschichte - Kunsthistorisches Museum - überstieg unsere Erwartungen. Habsburger haben im Laufe von Jahrhunderten fleißig die Gemälde gesammelt und damin nicht schlechter abgeschnitten als das russische Zarenhaus Romanow (die Eremitage) und das französiche Königshaus Bourbon (Louvre).
Wir sind absichtlich nur zur Gemäldegalerie des Museums gegangen und mußten uns nur auf die Meisterwerke konzentrieren, von deren Menge wir erschüttert waren. Die wunderbaren Bruegel's Werke aus diesem Museum waren für mich ein sehr starker Anziehungspunkt (wenn Sie den Tarkowski's Film "Solaris" gesehen haben - mit seinem langsamen Geniessen des "Die Jäger im Schnee", werden Sie sicherlich verstehen, warum man allein wegen dieser Gemälde Wien besuchen muss).
Selbstverständlich, nicht nur Bruegel - Bosch, Rubens und viele andere Meister sind auch da. Und mein Lieblingsmaler Vermeer ist auch in diesem hervorragenden Museum vertreten.

Mozarts Wohnung
Mozarts Wohnung

Brunnen auf Neuen Markt
Brunnen auf Neuen Markt

Musik ist ein nicht unwesentlicher Aspekt der Wahrnehmung Wiens.
Im Restaurant spielte der ältere Musiker Xylophon, das manchmal wie ein Klavier tonte. Erkannt uns als Russen, hat er sofort ein Potpourri aus russisch-zigeuner Melodien gespielt.

Die Musiker in den Konzertsälen, angezogen wie im 18. Jahrhundert (klar, für Touristen), spielen Mozarts Werke und als Zugabe - fast obligatorisch - der Walzer von Strauß.

Wien ist voll von Mozart (2006 - 250. Geburtstag Mozarts) - Souvenirs, Konzerte, selbst eine Ausstellung in Albertina (die großte Grafiksammlung) ist Mozart gewidmet. Mozart lebte in Wien 10 Jahre, hat in diesem Zeitraum 12 bzw. 18 Wohnungen gewechselt. Er hat hier die Opern "Die Entführung aus dem Serail", "Le nozze di Figaro", "Don Giovanni", "Die Zauberflöte" komponiert.

Auf dem Platz "Neuer Markt" kommt aus dem Hotel mit Müh und Not ein älteres Paar heraus. Sie bewegt sich mit Gehhilfe, er versucht ihr zu helfen, braucht aber, eigentlich, selber Hilfe. Beide versuchen den Verkehrstrom zu überqueren, um zum Taxi in der Platzmitte hin zu kommen.
Die Taxifahrer sehen es, blockieren sofort den Verkehr und stellen den Taxi direkt dem Paar bereit zum Einsteigen.

Als ich diese Szene gesehen habe, ist mir eine romantische Geschichte irgendwie eingefallen. Als ob sie in ihrer Jugend in dieser Stadt glückliche Flitterwochen verbracht hätten, oder dass sie hier lange gelebt und später wegreisen müssen hätten. Es gibt immer genug Gründe fürs Wegreisen... Und jetzt, am Lebensabend sind sie gekommen, um durch die Stadt unbedingt nochmals zu fahren und all die Stellen wieder zu sehen, die sie in ihren Erinnerungen noch haben.

Knappe drei Tage in Wien (Mai 2006) - ist nicht viel, aber sehr beeindruckend...